Warum ich KI-Tools benutze und trotzdem noch selbst schreibe

Warum ich KI-Tools benutze und trotzdem noch selbst schreibe

Ich bin da ehrlich mit euch.

Ich nutze KI-Tools. Regelmäßig. Nicht versteckt und nicht mit schlechtem Gewissen. ChatGPT, Claude, Perplexity — ich habe alles Mögliche ausprobiert und einiges davon ist inzwischen ein fester Teil meines Alltags geworden. Und trotzdem sind die Artikel hier auf dem Blog noch immer meins. Meine Gedanken, meine Struktur, meine Perspektive.

Beides zusammen klingt für manche widersprüchlich. Ist es aber nicht.

Wie KI bei mir wirklich zum Einsatz kommt

Ich nutze KI täglich. Das klingt vielleicht nach mehr, als es ist, aber wenn ich ehrlich bin, ist es inzwischen genauso selbstverständlich wie das Öffnen von Obsidian oder Things 3.

Ein großer Teil davon ist die Ideenfindung. Wenn ich an einem neuen Artikel sitze oder ein Konzept ausarbeiten muss, hilft mir KI dabei, Gedanken zu strukturieren und Blickwinkel zu finden, auf die ich alleine vielleicht nicht so schnell gekommen wäre. Ich werfe eine grobe Idee rein und schaue, was zurückkommt. Nicht um es zu übernehmen, sondern um meinen eigenen Gedankenprozess in Gang zu bringen.

Dann gibt es noch den Bereich, der sich am unspektakulärsten anhört, aber tatsächlich sehr praktisch ist: Rechtschreib- und Stilprüfung. Ich lasse KI regelmäßig über meine fertigen Texte schauen. Nicht weil ich denke, dass ich schlecht schreibe, sondern weil ein zweites Augenpaar, auch ein digitales, Fehler findet, die man selbst nach dem dritten Lesen noch übersieht.

Und manchmal lasse ich mir Formulierungen vorschlagen. Nicht für ganze Absätze, sondern für Stellen, bei denen ich merke, dass ich mich im Kreis drehe. KI hilft mir dann, den Knoten zu lösen, und danach schreibe ich weiter.

Was KI bei mir nicht übernimmt

Den eigentlichen Artikel schreibe ich selbst. Die Idee, der rote Faden, der Ton, der Einstieg, das alles kommt von mir.

Ich habe das Gefühl, dass viele Blogs gerade einen Großteil ihrer Inhalte komplett durch KI erstellen lassen, ohne es offen zu sagen. Man merkt es manchmal. Eine gewisse Gleichförmigkeit. Überschriften, die alle ähnlich klingen. Texte, die vollständig und korrekt sind, aber irgendwie ohne Gesicht.

Ich möchte, dass dieser Blog ein Gesicht hat. Meins.

Nicht weil ich besser schreibe als eine KI, das wäre vermessen. Sondern weil das hier meine Gedanken sind. Meine Erfahrungen. Meine Art, Dinge zu sehen. Wenn ich über Tool-FOMO schreibe oder darüber, was mir Etsy über Marketing beigebracht hat, dann ist das etwas, das keine KI aus sich heraus hätte schreiben können. Weil sie es nicht erlebt hat.

Die Frage, die ich mir gestellt habe

Irgendwann habe ich mich gefragt: Macht mich der Einsatz von KI zu einem schlechteren Autor?

Ich glaube nicht. Ich glaube, es kommt darauf an, wie man es benutzt.

Wer KI nutzt, um schneller zu recherchieren, Fehler zu finden oder festgefahrene Gedanken wieder in Bewegung zu bringen, der arbeitet effizienter. Wer KI nutzt, um sich selbst zu ersetzen, der hört irgendwann auf, das zu tun, was am Schreiben eigentlich schön ist.

Für mich ist Schreiben kein reiner Output. Es ist auch ein Weg, Dinge zu verstehen. Wenn ich einen Artikel schreibe, sortiere ich gleichzeitig meine eigenen Gedanken. Das kann mir keine KI abnehmen, und das will ich auch gar nicht.

Transparenz statt Versteckspiel

Ich finde es ehrlich gesagt etwas seltsam, dass viele Menschen so tun, als würden sie KI überhaupt nicht nutzen. Als wäre es etwas, wofür man sich schämen müsste.

Ich schäme mich nicht. KI ist ein Werkzeug. Genau wie Obsidian ein Werkzeug ist oder Things 3. Der Unterschied ist nur, dass KI ein Werkzeug ist, das viele noch nicht richtig einordnen können.

Mein Ansatz ist simpel: KI hilft mir, besser und schneller zu arbeiten. Aber was dabei rauskommt, bin immer noch ich.

Was ich damit sagen will

Ich sage nicht, dass jeder so arbeiten sollte wie ich. Wer seinen Blog komplett ohne KI schreibt, hat dafür gute Gründe. Wer ihn komplett mit KI schreibt, auch.

Aber ich glaube, es lohnt sich, ehrlich darüber nachzudenken, wo KI einem wirklich hilft und wo man anfängt, sich selbst aus dem eigenen Inhalt herauszunehmen. Für mich ist die Grenze da, wo meine Stimme aufhört.

Und solange das nicht passiert, werde ich KI weiter so nutzen wie bisher. Als Werkzeug, das mir hilft. Nicht als Ersatz für das, was ich eigentlich sagen will.

Wie ist das bei euch? Nutzt ihr KI aktiv für euren Blog oder euren Arbeitsalltag? Und wenn ja, wo zieht ihr die Grenze? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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