Warum Klarheit wichtiger ist als Kreativität im Content Marketing
Kreativität fühlt sich gut an
Ich mag kreative Texte. Wirklich. Wortspiele, clevere Überschriften, ungewöhnliche Einstiege. Das Schreiben macht so mehr Spaß und man hat das Gefühl, etwas Besonderes zu schaffen. Etwas Eigenes.
Im Content Marketing habe ich lange gedacht, dass genau das der wichtigste Hebel ist. Wenn der Text kreativ ist, bleibt er hängen. Wenn er anders ist, wird er gelesen. Zumindest war das meine Annahme.
Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass das nur bedingt stimmt.
Klarheit wird unterschätzt
Viele Inhalte scheitern nicht daran, dass sie schlecht geschrieben sind. Sie scheitern daran, dass man nicht sofort versteht, worum es geht. Zu kreativ, zu verspielt, zu sehr um die eigentliche Aussage herumgeschrieben.
Klarheit fühlt sich oft langweilig an, vor allem beim Schreiben. Für Leserinnen und Leser ist sie aber extrem angenehm. Sie müssen nicht nachdenken, was gemeint ist. Sie müssen nichts interpretieren. Sie wissen direkt, ob der Inhalt für sie relevant ist oder nicht.
Und genau das ist im Content Marketing entscheidend.
Gute Inhalte erklären sich selbst
Ich habe gelernt, dass ein guter Text keine Erklärung braucht. Die Überschrift sagt klar, worum es geht. Der Einstieg macht deutlich, warum das Thema relevant ist. Der Text bleibt bei der Sache, auch wenn er persönlich geschrieben ist.
Kreativität darf dabei trotzdem stattfinden. Aber sie sollte unterstützen, nicht verstecken. Ein kreativer Gedanke ist gut, solange er die Aussage klarer macht und nicht komplizierter.
Sobald Kreativität dazu führt, dass man den Kern erst suchen muss, wird es schwierig.
Klar schreiben heißt nicht langweilig schreiben
Klarheit bedeutet nicht, dass Texte steril oder emotionslos sein müssen. Im Gegenteil. Ein klarer Text kann sehr persönlich sein, sehr nahbar und sehr menschlich.
Es geht nicht darum, alles zu vereinfachen oder glattzubügeln. Es geht darum, den Leser nicht alleine zu lassen. Ihn nicht rätseln zu lassen, was man eigentlich sagen möchte.
Ich versuche mir beim Schreiben immer öfter diese einfache Frage zu stellen:
Würde jemand nach dem ersten Absatz wissen, was ihn in diesem Text erwartet?
Wenn die Antwort Nein ist, war ich wahrscheinlich zu kreativ.
Was mir dabei im Alltag hilft
Ich achte mittlerweile stärker auf einfache Formulierungen. Ich schreibe lieber direkt, auch wenn es weniger elegant klingt. Ich versuche, Begriffe zu nutzen, die Menschen auch wirklich verwenden und nicht die, die sich besonders gut anfühlen.
Manchmal schreibe ich einen Absatz bewusst nochmal neu, nur um ihn klarer zu machen. Nicht schöner, nicht cleverer, sondern verständlicher.
Das fühlt sich beim Schreiben manchmal wie ein Rückschritt an. In der Wirkung ist es oft ein Fortschritt.
Kreativität kommt später
Für mich hat sich die Reihenfolge verändert. Früher kam zuerst die kreative Idee und dann die Struktur. Heute ist es andersherum. Erst Klarheit, dann Kreativität.
Wenn der Kern steht, darf der Text auch spielen. Dann darf er persönlicher werden, lockerer, vielleicht sogar ein bisschen verspielt. Aber eben auf einem stabilen Fundament.
Im Content Marketing gewinnt am Ende nicht der kreativste Text. Sondern der, der verstanden wird.